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Wasserfälle rund um Interlaken

Zwischen Thuner- und Brienzersee fällt Wasser auf zwei sehr verschiedene Arten: frei über eine Felswand, sichtbar aus dem Tal, oder im Berginnern durch eine Schlucht, die man begeht. Das ist kein Geschmacksunterschied, sondern der Unterschied, an dem ein Regentag hängt — und der Grund, warum die beiden Sorten hier nebeneinanderstehen statt in einer Rangliste.

Sechs Ziele lohnen den Weg ab Interlaken Ost. Zwei davon kosten nichts, vier haben einen Eintritt, und vier sind im Winter geschlossen. Die Preise sind bei den Betreibern nachgelesen, die Fahrzeiten über den offiziellen Fahrplan geprüft — beide mit Datum, und beide stehen ausführlich auf den Zielseiten, auf die hier verlinkt wird.

Die sechs im Vergleich

Alle Ziele im direkten Vergleich
Ziel Ab Interlaken Ost Preis

Was ist ein Pass-Tag?

Ein Pass-Tag sind CHF 80 — der Berner Oberland Pass für 3 Tage (CHF 240), geteilt durch 3. Einfache Fahrten sind für diesen Vergleich auf die Retourfahrt gerechnet.

Was hier sonst noch kostet
Zeitbedarf Saison Mit Kindern
Giessbachfälle 47 Min. Zug + Bus Kostenlos 2–3 Std. Ganzjährig Ja
Lauterbrunnental 22 Min. Zug Kostenlos Halber Tag Ganzjährig Ja
Gletscherschlucht Grindelwald 53 Min. Zug + Bus CHF 21.00 Eintritt · bis ½ Pass-Tag 1–2 Std. April–November Ja
Reichenbachfall 63 Min. Zug + Bus + Standseilbahn CHF 10.00 einfach · bis ¼ Pass-Tag Halber Tag Mai–Oktober Ja
Aareschlucht 37 Min. Zug CHF 13 Eintritt · bis ¼ Pass-Tag 1–2 Std. April–November Ja
Gletscherschlucht Rosenlaui 79 Min. Zug + Bus CHF 12 Eintritt · bis ¼ Pass-Tag 2–3 Std. Juni–Oktober Ja

Fahrzeiten: schnellste öffentliche Verbindung ab Interlaken Ost bis zum Ziel selbst — bei Bergzielen bis zur Bergstation, nicht bis zur Talstation. Wo ein Gipfel nur zu Fuss erreichbar ist, endet die Zahl an der letzten Station, und die Zielseite sagt, an welcher. Ziele im Ort sind Gehzeiten.

Preise für Erwachsene, Stand siehe Datum am Seitenende. Bergbahn- und Schiffstickets variieren je nach Strecke, Halbtax und Gästekarte.

Ein Pass-Tag sind CHF 80 — der Berner Oberland Pass für 3 Tage (CHF 240), geteilt durch 3. Einfache Fahrten sind für diesen Vergleich auf die Retourfahrt gerechnet. Was hier sonst noch kostet

Die Preise sind je Ziel an verschiedenen Tagen geprüft; der älteste Stand ist der 13.08.2026 (Gletscherschlucht Grindelwald), die drei übrigen stammen vom 18.08.2026.

Der höchste ist gratis, der teuerste ist eine Schlucht

Das ist die nützlichste Beobachtung dieser Seite, und sie steht in keiner Liste, die nach Schönheit ordnet: Zwischen Preis und Grösse besteht hier kein Zusammenhang. Der Staubbachfall im Lauterbrunnental fällt 297 Meter frei über die Wand — der höchste freifallende Wasserfall der Schweiz — und kostet keinen Franken. Das teuerste Ziel dieser Seite ist die Gletscherschlucht Grindelwald, und dort bezahlt man nicht den Fall, sondern die Stege und Tunnel, über die man hineinkommt.

Wer also nach «dem grössten Wasserfall» sucht und dabei auf ein Ticket stösst, hat die Frage verwechselt: Bezahlt wird in dieser Region fast nie das Wasser, sondern der Zugang — eine Anlage im Fels, eine Standseilbahn, ein gesicherter Weg. Die zwei Ziele ohne Eintritt sind deshalb keine schlechteren, sondern die, bei denen der Berg den Weg schon gebaut hat.

Insider-Tipp

Nach einem Regentag hinfahren, nicht davor. Alle sechs führen dann deutlich mehr Wasser, und die vier Schluchten liegen ohnehin im Berg — für sie ist das Wetter im Tal fast belanglos. Der einzige, bei dem Regen wirklich stört, ist der Staubbachfall: Ihn sieht man aus dem Tal, und bei tiefer Wolkendecke sieht man ihn nicht ganz.

Welche bei Regen tragen — und warum das hier mehr wert ist als anderswo

In einer Region, deren Hauptattraktionen Aussichtsberge sind, ist ein Regentag teuer: Ein Bergbahnticket kostet dasselbe, ob die Aussicht da ist oder nicht. Genau hier liegt der Wert dieser sechs Ziele — vier von ihnen laufen im Berginnern und sind vom Wetter im Tal weitgehend unabhängig: die Trümmelbachfälle im Lauterbrunnental, die Aareschlucht, die Gletscherschlucht Grindelwald und die Schlucht von Rosenlaui.

Kalt ist es dort ohnehin, nass auch — ein Regenschauer ändert an einem Schluchtbesuch also wenig, während er einen Berg wertlos macht. Das ist die eigentliche Rolle dieser Ziele im Reiseplan: Sie sind der Ersatzplan, nicht das Hauptprogramm, und sie sind der einzige Ersatzplan der Region, der bei jedem Wetter dasselbe liefert.

Zu den «72 Wasserfällen» des Lauterbrunnentals

Die Zahl steht auf jeder zweiten Seite über diese Region, und sie ist eine Marketingzahl mit einer langen Geschichte — was davon zählbar ist und was nicht, steht ausführlich auf der Seite zum Lauterbrunnental. Sie wird hier bewusst nicht zum zweiten Mal aufgeschrieben: Eine Zahl, die zwei Seiten führen, altert auf einer von beiden.

Für die Planung reicht der praktische Teil: Von den vielen Fällen des Tals sind zwei ohne Wanderung erreichbar — der Staubbachfall am Dorfrand und die Trümmelbachfälle sieben Busminuten weiter. Der Rest sind Bäche über der Wand, die je nach Jahreszeit und Schmelzwasser da sind oder nicht.

Zwei an einem Tag — was zeitlich aufgeht

Drei Paare liegen so, dass sie sich einen Tag teilen, ohne dass er gehetzt wirkt. Massgeblich ist nicht die Entfernung, sondern die Linie: Ziele auf derselben Bahn- oder Buslinie kosten den zweiten Weg nicht noch einmal.

Was nicht aufgeht: Rosenlaui mit irgendetwas anderem. Mit 79 Minuten je Weg ist die Schlucht das entlegenste Ziel dieser Seite und füllt einen Tag für sich — dafür ist sie die stillste.

Die Saison entscheidet hier mehr als das Wetter

Vier der sechs Ziele sind im Winter geschlossen, und zwar nicht wegen Schnee im Tal, sondern weil die Anlagen im Fels vereisen: Reichenbachfall, Aareschlucht, Rosenlaui und die Gletscherschlucht Grindelwald. Die genauen Fenster stehen je Ziel in der Tabelle oben und mit Beleg auf den Zielseiten.

Offen bleibt im Winter das Lauterbrunnental. Der Staubbachfall ist ganzjährig zu sehen, führt dann aber wenig Wasser und friert teilweise ein — beeindruckend anders, nicht beeindruckend gleich. Wer zwischen Dezember und März kommt und Wasser sehen will, plant deshalb nicht mit dieser Seite.

Was die anderen Listen nicht sagen

Die Seiten, die zu diesem Thema oben stehen, sind zu einem guten Teil Destinationsseiten und Anbieterlisten — sie zählen auf, was es gibt, und lassen zwei Dinge aus, die für die Planung zählen. Erstens die Saison: Dass vier von sechs Zielen im Winter zu sind, steht auf keiner der Listen, die alle sechs nebeneinander führen. Zweitens den Zeitbedarf Tür zu Tür: Rosenlaui und die Giessbachfälle stehen dort im selben Absatz, obwohl der eine einen ganzen Tag kostet und der andere einen halben.

Und ein drittes, das nur auffällt, wenn man die Betreiberangaben nebeneinanderlegt: Die vier kostenpflichtigen Ziele verlangen zwischen CHF 10.00 und CHF 21.00 — wobei die CHF 10.00 am Reichenbachfall die einfache Bergfahrt sind und die drei anderen Beträge Eintritte. Auch so liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Ziel elf Franken. Der Preis ist hier also kein Auswahlkriterium. Was die Wahl entscheidet, ist die Fahrzeit und die Frage, ob der Tag trocken ist.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Wasserfall bei Interlaken lohnt sich am meisten?

Kommt darauf an, wie viel Zeit du hast. Der Staubbachfall im Lauterbrunnental ist der höchste freifallende der Schweiz, kostet nichts und liegt 22 Minuten ab Interlaken Ost — das beste Verhältnis von Aufwand zu Eindruck. Die Giessbachfälle am Brienzersee sind der schönere Halbtag, weil der Weg hinter dem Fall durchführt und das Ufer dazugehört. Wer etwas will, das bei jedem Wetter trägt, nimmt eine der Schluchten.

Was kostet es, die Wasserfälle rund um Interlaken zu sehen?

Die Wasserfälle selbst kosten nichts — Staubbachfall und Giessbachfälle sind frei zugänglich, und für beide brauchst du kein Ticket. Bezahlt werden die Anlagen im Berg und die Bahnen dorthin: Gletscherschlucht Grindelwald: CHF 21.00 (Eintritt), Reichenbachfall: CHF 10.00 (einfach), Aareschlucht: CHF 13 (Eintritt), Gletscherschlucht Rosenlaui: CHF 12 (Eintritt). Alle Beträge bei den Betreibern geprüft, Stand 19.08.2026; die vollständige Tabelle steht weiter oben auf dieser Seite.

Welche Wasserfälle sind bei Regen sinnvoll?

Die im Berg: Trümmelbachfälle, Aareschlucht, Gletscherschlucht Grindelwald und Rosenlaui laufen im Fels und sind vom Wetter im Tal weitgehend unabhängig — kalt sind sie ohnehin. Der Unterschied zu einem Aussichtsberg ist grundsätzlich: bei tiefer Wolkendecke ist ein Bergbahnticket verschenktes Geld, ein Schluchteintritt nicht. Nach starkem Regen führen alle mehr Wasser, was den Besuch eher besser macht.

Welcher Wasserfall geht mit Kindern?

Der Staubbachfall am ehesten: kurzer Weg, kein Ticket, und der Fall ist vom Dorf aus zu sehen. Die Giessbachfälle gehen ebenfalls, wenn der Kinderwagen zu Hause bleibt — der Weg hat Stufen. Die Trümmelbachfälle sind für Kinder eindrücklich, aber eng, nass und laut, und der Lift ersetzt nur den ersten Teil des Aufstiegs. Die Aareschlucht ist die ruhigste der vier Schluchten.

Kann man mehrere Wasserfälle an einem Tag sehen?

Zwei gehen gut, drei werden hektisch. Die sinnvollen Paare liegen auf derselben Linie: Staubbachfall und Trümmelbachfälle teilen sich das Lauterbrunnental und liegen sieben Busminuten auseinander. Reichenbachfall und Aareschlucht liegen beide bei Meiringen und sind ein gemeinsamer Halbtag. Giessbachfälle und Brienzersee gehören ohnehin zusammen — die Anfahrt mit dem Schiff ist Teil des Ausflugs.

Welche Wasserfälle sind im Winter offen?

Von den sechs Zielen auf dieser Seite sind vier im Winter geschlossen: Reichenbachfall, Aareschlucht, Rosenlaui und die Gletscherschlucht Grindelwald. Offen bleibt das Lauterbrunnental — der Staubbachfall ist ganzjährig zu sehen, führt im Winter aber wenig Wasser und gefriert teilweise. Am Brienzersee ist der Zugang zu den Giessbachfällen im Winter eingeschränkt. Wer im Winter kommt, plant deshalb nicht mit dieser Seite, sondern mit den Zielen im Tal.

Alle sechs Ziele mit Karte, Vergleichstabelle und Auswahlhilfe stehen in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten.