Die Axalp liegt auf der Terrasse hoch über dem Brienzersee, südlich von Brienz, nach dem Höhendienst des Bundes auf 1436 Metern. Sie ist Endstation einer Postautolinie und Fuss einer Sesselbahn — und der einzige Ort in diesem Verzeichnis, bei dem nicht der Preis die Planung bestimmt, sondern der Fahrplan. Das Ticket ist billig. Der Tag ist eng.
Auf einen Blick
- Anreise
- 61 Min. ab Interlaken Ost, Zug bis Brienz und Postauto
- Dauer
- Halber bis ganzer Tag
- Preis
- CHF 25
- Höhe
- 1436 m ü. M.
- Saison
- Ganzjährig erreichbar, Sesselbahn saisonal
- Geeignet für
- Ruhe, Aussicht über den See, Familien
Fahrzeit geprüft
Anreise: fünf Kurse, und der letzte ist eine Falle
Ab Interlaken Ost fährt der Zug nach Brienz, dort geht es mit dem Postauto hinauf bis «Axalp, Sportbahnen». Das Tagesminimum liegt bei 61 Minuten mit einem Umstieg; die übrigen Kurse brauchen ein paar Minuten länger.
Entscheidend ist aber nicht die Fahrzeit, sondern die Zahl der Kurse: An einem Sommertag fahren fünf. Der erste verlässt Interlaken Ost um 08:04, danach folgen 09:33, 11:40 und 14:04, der letzte um 16:10. Zwischen dem Kurs um 11:40 und dem um 14:04 liegen mehr als zwei Stunden ohne Verbindung.
Und der letzte Kurs hinauf ist keiner, mit dem man noch fahren kann: Er kommt um 17:13 an — die Sesselbahn schliesst um 17:15. Talwärts fährt der letzte Bus um 17:14 und ist um 18:24 in Interlaken Ost. Wer oben bis Betriebsschluss bleibt, verpasst ihn. Diese Rechnung ist unsere: Sie steht weder im Fahrplan noch beim Betreiber, sie entsteht erst, wenn man beide nebeneinanderlegt. Beides ist am 9. August 2026 an der Quelle geprüft.
Was es kostet — und der Satz, der selten dasteht
Die Sportbahnen Axalp Windegg AG publiziert genau einen Betrag: CHF 25 als Tageskarte für Erwachsene, CHF 12.50 für Kinder, geprüft am 19.08.2026. Eine Einzelfahrt steht nicht auf der Preisliste — wer nur hinauf und zu Fuss zurück will, zahlt trotzdem die Tageskarte.
Daneben steht der Satz, der diese Seite rechtfertigt: «keine Vergünstigung mit Halbtax oder Generalabonnement». Bei den meisten Bergbahnen der Region ermässigt das Halbtax die Fahrt um rund die Hälfte; hier gilt es schlicht nicht. Wer mit dem Halbtax-Reflex kalkuliert, rechnet sich den Tag falsch — und zwar nach unten.
Was wir hier nicht behaupten: dass CHF 25 der Sommerpreis sei. Der Betreiber stellt den Betrag über die Überschrift «Winter», und der Winter-Block seiner Preisseite führt selbst gar keine Zahl. Damit ist der Betrag unetikettiert, und wir schreiben ihn so hin, statt ihm eine Saison anzudichten. Ob der Swiss Travel Pass hier etwas trägt, haben wir an keiner Quelle geprüft und behaupten deshalb nichts darüber; belegt ist allein die Aussage zu Halbtax und GA.
Betriebszeiten: Wetter, und eine halbe Stunde Mittag
Der Betreiber gibt für den Sommer 9.30–12.00 und 12.30–17.15 Uhr an, täglich — aber ausdrücklich «nur bei schönem Wetter und guter Witterung». Das ist keine Floskel, sondern eine Bedingung: Bei schlechtem Wetter kann die Bahn stillstehen, und die Anreise dauert trotzdem eine Stunde.
Die Mittagspause trifft keinen der fünf Kurse. Wer um 11:40 in Interlaken Ost losfährt, ist um 12:41 an der Talstation — elf Minuten, nachdem die Bahn um 12.30 wieder angefahren ist; die späteren Kurse liegen ohnehin danach. Die Pause trifft, wer schon oben ist: Von 12.00 bis 12.30 steht die Sesselbahn still.
Zwei Quellen, zwei Angaben — und die zweite ist älter, als sie aussieht. Interlaken Tourismus führt auf seiner Seite zum Sommerbetrieb eine Mittagspause von 11.45 bis 12.30 Uhr und eine Saison vom 29. Mai bis 12. Oktober 2025. Der Betreiber selbst nennt 12.00 bis 12.30 Uhr. Wo sich Betreiber und Tourismusorganisation widersprechen, gilt hier der Betreiber — er betreibt die Bahn. Geprüft haben wir beide Seiten am 9. August 2026.
Das Hinterburgseeli: eine Stunde zu Fuss — und drei Schreibweisen
Der Grund, wegen dem viele überhaupt hierher fahren, liegt nicht im Dorf, sondern gut zwei Kilometer dahinter: das Hinterburgseeli, ein kleiner See in einer Mulde zwischen bewaldeten Felswänden. Der amtliche Gazetteer führt ihn als stehendes Gewässer der Gemeinde Brienz, der Höhendienst des Bundes gibt für diesen Punkt 1'515 m ü. M. — rund achtzig Meter über dem Dorfpunkt. Beides am 11. August 2026 abgefragt.
Und hier die Falle, die keine Karten-App auflöst: Den Namen gibt es dreifach. Die Landeskarte von swisstopo führt ihn als Hinderburgseewli — mit d und mit w. Der Betreiber der Sesselbahn schreibt auf einer einzigen Seite sowohl Hinterburgseeli als auch Hinterburgsee. Wer den Namen eintippt und nichts findet, hat sich nicht verlaufen, sondern die Schreibweise erwischt, die sein Kartendienst nicht kennt.
Der Schnitzlerweg — und nicht der AXI-Pfad
Der Weg zum See ist der Schnitzlerweg, ein Erlebnisweg mit rund hundert geschnitzten Figuren am Wegrand. Er beginnt nach Angaben des Betreibers auf der Axalp beim oberen Parkplatz — nicht an der Bergstation — und ist ein «gut ausgebauter Wanderweg»; für die Strecke Axalp–Hinterburgsee nennt er rund eine Stunde. Die Sesselbahn braucht es dafür nicht, der Weg fängt im Dorf an. Nicht zu verwechseln ist er mit dem AXI-Pfad: Das ist der Themenweg für Familien, und der führt umgekehrt von der Bergstation Windegg zur Talstation hinunter.
Rechne die Stunde doppelt, und dann gegen den letzten Bus. Hin und zurück sind es zwei Stunden reine Gehzeit, ohne eine Minute am Wasser. Der letzte Kurs talwärts fährt um 17:14 — wer ihn erreichen will, geht besser bis etwa 15 Uhr im Dorf los. Das ist wieder unsere Rechnung, aus der Zeitangabe des Betreibers und dem Fahrplan; ausgeschrieben hat sie keiner von beiden.
Der See ist kein Strandbad, und das steht so beim Betreiber. See und Umgebung sind Eigentum der Alpgenossenschaft Hinterburg und liegen in einem Naturschutzgebiet, für das die offiziellen Regeln gelten; grillieren darf man ausschliesslich an den speziell markierten Plätzen. Baden ist nicht verboten, aber auch nicht eingerichtet — der Betreiber schreibt, dass an heissen Sommertagen «Wagemutige» ein kühles Bad nehmen. Keine Aufsicht, keine Garderobe, kein Kiosk.
Wanderwege, Schnitzlerweg und Hinterburgsee bei den Sportbahnen Axalp Windegg AG
Lohnt sich das für mich?
Eher ja, wenn du einen ruhigen Halbtag über dem Brienzersee suchst und dir die grossen Ziele der Jungfrau Region zu voll sind. Für CHF 25 bekommt man hier eine Bergbahn ohne Anstehen, und das Dorf oben ist kein Ausflugsbetrieb, sondern ein Dorf. Und wenn du zwei Stunden zu Fuss mitbringst, ist das Hinterburgseeli der eigentliche Ertrag des Tages — für den Weg dorthin braucht es kein Ticket.
Eher nein, wenn du spontan bist oder spät startest. Fünf Kurse am Tag verzeihen keinen verpassten Anschluss, und der letzte brauchbare Kurs hinauf geht um 14:04. Auch nicht, wenn das Wetter unsicher ist: Die Bahn fährt dann möglicherweise gar nicht, und ein Ersatzprogramm gibt es oben nicht.
Und nicht, wenn du eigentlich die grosse Aussicht willst. Die gibt es am selben See höher und spektakulärer auf dem Brienzer Rothorn — der allerdings ein Vielfaches kostet. Wer nur ans Wasser will, ist am Brienzersee besser aufgehoben.
Tickets, Preise und Betriebszeiten bei den Sportbahnen Axalp Windegg AG
Wo es liegt
Die Axalp liegt südlich von Brienz auf einer Terrasse über dem Südufer des Brienzersees, gegenüber dem Brienzer Rothorn auf der anderen Seeseite. Koordinate und Höhe stammen aus dem Gazetteer und dem Höhendienst des Bundes, abgefragt am 9. August 2026 für den Punkt, den der amtliche Gazetteer als «Ort Axalp (BE) – Brienz (BE)» führt: 1436 m ü. M.
Der Gazetteer führt unter diesem Namen mehrere Punkte, und sie liegen auseinander: Die Talstation der Sesselbahn steht auf 1'542 Metern und damit höher als der Ortspunkt — die Bahn beginnt oberhalb des Dorfes. Wir verwenden den Ortspunkt, weil diese Seite vom Ort handelt. Unten am See, auf dem Weg hierher, liegen die Giessbachfälle.
Wetter auf 1'436 m
Die Prognose gilt für 1'436 m ü. M. — 868 Meter über Interlaken (568 m). Sie ist auf diese Höhe gerechnet, nicht auf das Tal.
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Prognose für 1'436 m ü. M. — Daten: Open-Meteo.com (CC BY 4.0)
Häufig gestellte Fragen
Wie kommt man von Interlaken auf die Axalp?
Mit dem Zug bis Brienz und dort auf das Postauto: 61 Minuten bis zur Haltestelle «Axalp, Sportbahnen», ein Umstieg. Wichtiger als die Fahrzeit ist die Zahl der Kurse — an einem Sommertag fahren ab Interlaken Ost nur fünf, der erste um 08:04, der letzte um 16:10. Am 9. August 2026 im Schweizer Fahrplan geprüft.
Was kostet die Sesselbahn auf der Axalp?
Der Betreiber publiziert genau einen Betrag: CHF 25 als Tageskarte für Erwachsene, CHF 12.50 für Kinder, geprüft am 19.08.2026. Eine Einzelfahrt gibt es in seiner Preisliste nicht. Und er schreibt ausdrücklich dazu, dass es «keine Vergünstigung mit Halbtax oder Generalabonnement» gibt — das ist bei Schweizer Bergbahnen die Ausnahme und der wichtigste Satz auf seiner Preisseite.
Bis wann fährt der letzte Bus von der Axalp zurück?
Um 17:14 ab «Axalp, Sportbahnen», Ankunft in Interlaken Ost um 18:24. Das ist eine Minute, bevor die Sesselbahn um 17:15 den Betrieb einstellt. Wer die letzte Talfahrt mitnimmt, steht ohne Anschluss da — die Rechnung stammt von uns, aus Fahrplan und Betriebszeiten des Betreibers, ausgeschrieben hat sie keine der beiden Quellen.
Fährt die Sesselbahn immer?
Nein, und das steht so beim Betreiber: Die Sommerzeiten gelten «nur bei schönem Wetter und guter Witterung». Dazu kommt eine Mittagspause von 12.00 bis 12.30 Uhr. Die trifft keinen der fünf Kurse: Wer mit dem Kurs um 11:40 ab Interlaken Ost anreist, ist um 12:41 an der Talstation, elf Minuten nach der Pause. Sie trifft, wer schon oben ist.
Wie lange läuft man von der Axalp zum Hinterburgseeli?
Der Betreiber gibt für die Strecke Axalp–Hinterburgsee rund eine Stunde an. Der Weg dorthin ist der Schnitzlerweg mit rund 100 geschnitzten Figuren; er startet im Dorf beim oberen Parkplatz, nicht an der Bergstation. Hin und zurück sind das zwei Stunden reine Gehzeit, ohne Aufenthalt am Wasser. Am 11. August 2026 auf der Wanderseite des Betreibers geprüft.
Darf man im Hinterburgseeli baden und grillieren?
Baden ist nicht verboten, aber nichts ist dafür eingerichtet — der Betreiber schreibt, dass an heissen Sommertagen «Wagemutige» ein kühles Bad nehmen. Keine Aufsicht, keine Garderobe. Grillieren ist ausschliesslich an den speziell markierten Plätzen erlaubt: See und Umgebung sind Eigentum der Alpgenossenschaft Hinterburg und liegen in einem Naturschutzgebiet, für das die offiziellen Regeln gelten.
Ist die Axalp im Winter erreichbar?
Das Postauto fährt auch im Winter — am Fahrplan für den 15. Januar 2027 geprüft, 68 Minuten ab Interlaken Ost. Die Sesselbahn hat eine eigene Wintersaison, die der Betreiber mit dem 19. Dezember 2026 bis Ostermontag, 29. März 2027 angibt.