Der Giessbach stürzt in vierzehn Stufen über 500 Meter ans Nordufer des Brienzersees, unterhalb eines Grandhotels, das ihm seit dem 19. Jahrhundert zusieht. Die häufigste Frage dazu im Netz ist, ob man Eintritt zahlt — und die Antwort gehört nach oben: nein. Die Fälle und alle Wege darum herum sind frei.
Auf einen Blick
Was kostet und was nicht
Das ist die Verwechslung, die die Suchergebnisse nicht auflösen — hier vollständig:
- Die Fälle selbst — gratis. Kein Tor, kein Ticket, keine Öffnungszeit. Die Wege führen den Kaskaden entlang hinauf und auf einer der unteren Stufen hinter dem Wasser durch.
- Die Standseilbahn — CHF 14 retour, CHF 7 einfach. Kinder von 6 bis 16 zahlen CHF 7 retour und CHF 3.50 einfach. Mit BLS-Seepass kostet die Retourfahrt CHF 11. Kinder unter 6, Hunde und Übernachtungsgäste des Grandhotels fahren gratis. Betreibertarif 2026, geprüft am 28.07.2026.
- Zu Fuss statt fahren — gratis. Die Bahn überwindet 345 Meter Strecke und 98 Höhenmeter. Zu Fuss ist das ein kurzer Aufstieg und kostet nichts.
Ein Besuch hier kann also tatsächlich nichts kosten ausser der Anreise. Das ist in dieser Region selten, wo sonst meist eine Bergbahn zwischen einem und der Aussicht steht.
Die Bahn — und eine Angabe, die zu korrigieren ist
Die Giessbachbahn wurde am 21. Juli 1879 eröffnet, ist 345 Meter lang, überwindet 98 Höhenmeter und verbindet die Schiffstation mit der Hotelterrasse. Sie ist die älteste noch in Betrieb stehende Standseilbahn der Schweiz.
Häufig liest man, sie sei die älteste Europas. Das stimmt nicht, und es ist leicht nachzuprüfen: Die Standseilbahnen in Budapest (1870), Istanbul und Scarborough (beide 1875) und Lyon (1878) sind älter. «Älteste der Schweiz» ist korrekt und immer noch bemerkenswert — «älteste Europas» ist es nicht.
Anreise
- Am schnellsten — 36 Minuten ab Interlaken Ost: Zug nach Brienz, dann Bus nach Giessbach.
- Am schönsten — rund eine Stunde mit dem Schiff ab Interlaken Ost. Es legt direkt an der Talstation der Standseilbahn an, der Anschluss ist unmittelbar. Das ist der eine Fall am Brienzersee, in dem das Schiff die bessere und nicht bloss die langsamere Wahl ist.
- Mit dem Auto gibt es oberhalb der Fälle einen Parkplatz, von dem aus man kurz hinuntergeht.
Insider-Tipp
Mit dem Schiff hin, mit Bus und Zug zurück. Die Ankunft vom Wasser her — mit den Fällen direkt über der Anlegestelle — ist der ganze Sinn der Schiffsfahrt, und der Rückweg hängt dann nicht an einer einzigen Kursfahrt. Der Bus ab Giessbach schliesst in Brienz an den Zug an, zusammen 36 Minuten nach Interlaken.
Saison und Verhältnisse
Die Standseilbahn fährt von April bis Oktober. Im Winter verkehren sie und die Schiffe auf dem Brienzersee nur eingeschränkt — das schliesst die Fälle nicht, macht die Anreise aber langsamer. Am meisten Wasser führen sie im späten Frühling und Frühsommer.
Der Weg hinter dem Wasser wird bei jedem Wetter nass; eine Jacke ist sinnvoll, und der Fels ist im Sprühnebel rutschig. Die Standseilbahn ist nicht rollstuhlgängig — der Betreiber empfiehlt Gästen im Rollstuhl die Anreise per Taxi ab Bahnhof Brienz.
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Häufig gestellte Fragen
Kosten die Giessbachfälle Eintritt?
Nein. Die Fälle und sämtliche Wege darum herum — auch der Abschnitt hinter dem Wasser durch — sind frei zugänglich. Geld kostet nur die Standseilbahn von der Schiffstation hinauf zum Hotel: CHF 14 retour für Erwachsene, CHF 7 einfach, für Kinder von 6 bis 16 CHF 7 retour. Diese Strecke lässt sich auch zu Fuss gehen, dann kostet der Besuch gar nichts.
Wie kommt man zu den Giessbachfällen?
Am schnellsten in 36 Minuten ab Interlaken Ost: Zug bis Brienz, dann Bus nach Giessbach. Am schönsten mit dem Schiff, rund eine Stunde ab Interlaken Ost, das direkt an der Talstation der Standseilbahn anlegt. Mit dem Auto gibt es oberhalb der Fälle einen Parkplatz, von dem man kurz hinuntergeht.
Was kostet die Giessbachbahn?
Erwachsene CHF 7 einfach und CHF 14 retour, Kinder von 6 bis 16 CHF 3.50 und CHF 7. Mit dem BLS-Seepass kostet die Retourfahrt für Erwachsene CHF 11, für Kinder CHF 5.50. Kinder unter 6 Jahren, Hunde und Übernachtungsgäste des Grandhotels fahren gratis. Betreibertarif 2026, geprüft am 28.07.2026.
Ist die Giessbachbahn die älteste Standseilbahn Europas?
Nein — das ist eine verbreitete, aber falsche Angabe. Sie ist die älteste noch in Betrieb stehende Standseilbahn der Schweiz, eröffnet am 21. Juli 1879. In Europa sind mindestens vier älter: Budapest (1870), Istanbul und Scarborough (beide 1875) und Lyon (1878).
Kann man hinter die Giessbachfälle laufen?
Ja. Der Weg führt auf einer der unteren Stufen hinter dem Wasserschleier durch — ohne Ticket, ohne Führung, ohne feste Öffnungszeit. Man wird nass, eine Jacke ist sinnvoll, und der Fels ist im Sprühnebel rutschig.
Wann führen die Fälle am meisten Wasser?
Im späten Frühling und Frühsommer während der Schneeschmelze. Die Standseilbahn fährt von April bis Oktober; im Winter verkehren Bahn und Schiffe auf dem Brienzersee nur eingeschränkt, die Fälle selbst bleiben aber da.