Lauterbrunnen ist ein wenige hundert Meter breiter Talboden zwischen zwei Felswänden, über die der Staubbachfall 297 Meter frei hinunterfällt — der höchste freifallende Wasserfall der Schweiz. Ab Interlaken Ost sind es 22 Minuten ohne Umsteigen. Alles Folgende nennt den Preis so, wie ihn der Betreiber anschreibt, die Fahrzeit ab Bahnhof Lauterbrunnen, und wo sich etwas nicht lohnt, steht das auch da.
Auf einen Blick
Die Ziele im Tal im Vergleich
Fünf Ziele, die sich lohnen. Eines ist gratis, eines ist der beste bezahlte Ausflug hier, und eines kostet mehr als ein Tag auf dem Jungfraujoch.
| Ziel | Ab Bahnhof Lauterbrunnen | Preis | Zeitbedarf | Saison | Mit Kindern |
|---|---|---|---|---|---|
| Staubbachfall | 10 Min. zu Fuss | Kostenlos | 45 Min. | Ganzjährig | Ja |
| Trümmelbachfälle | 7 Min. Bus | CHF 18 | 1–1,5 Std. | April–November | Ja |
| Wengen (autofrei) | 11 Min. Zug | Nicht geprüft | Halbtag | Ganzjährig | Ja |
| Mürren via Grütschalp | 21 Min. Luftseilbahn | Nicht geprüft | Halbtag | Ganzjährig | Ja |
| Schilthorn — Piz Gloria | 60 Min. Luftseilbahn | CHF 115 retour | Ganzer Tag | Ganzjährig | Ja |
Preise für Erwachsene, Stand siehe Datum am Seitenende. Bergbahn- und Schiffstickets variieren je nach Strecke, Halbtax und Gästekarte.
Zwei Preise stehen bewusst als ungeprüft da. Weder für Lauterbrunnen – Wengen noch für Lauterbrunnen – Mürren war ein einfacher Streckenpreis öffentlich so auffindbar, dass wir ihn guten Gewissens hätten nennen können — und eine plausible erfundene Zahl würde genau das zerstören, was diese Tabelle den konkurrierenden Seiten voraushat.
Die zwei Wasserfälle
Staubbachfall — gratis, zehn Minuten ab Bahnhof
Der Staubbach fällt 297 Meter in einem einzigen freien Fall über die Felswand — damit ist er der höchste freifallende Wasserfall des Landes. Vom Bahnsteig aus ist er zu sehen, zu seinem Fuss geht man rund zehn Minuten die Talstrasse hinauf.
Eine in den Fels gehauene Galerie führt hinter den Wasserschleier. Sie ist saisonal, im Winter und bei schlechten Verhältnissen gesperrt. Am meisten Wasser führt der Fall von Mai bis Juli, während der Schneeschmelze; im Spätsommer zerstäubt er schon auf halber Höhe — daher der Name. Wer im September mit der Postkartenansicht rechnet, wird enttäuscht.
Trümmelbachfälle — der eine Ausflug, der Eintritt kostet
Wenn nur ein Ziel im Tal Geld kosten soll, dann dieses. Die Trümmelbachfälle sieht man nicht von aussen: zehn Gletscherwasserfälle liegen im Berginnern, erschlossen durch einen in den Fels gebauten Tunnellift und Galerien. Laut Betreiber entwässert der Trümmelbach allein die Gletscherwände von Eiger (3'970 m), Mönch (4'099 m) und Jungfrau (4'158 m) — ein Einzugsgebiet von 24 km², bis zur Hälfte unter Schnee und Eis — mit bis zu 20'000 Litern pro Sekunde.
- Eintritt: CHF 18 für Erwachsene, CHF 8 für Kinder von 6 bis 15 Jahren. Keine Gruppenpreise. Beim Betreiber am 28.07.2026 geprüft.
- Saison und Zeiten: Anfang April bis Anfang November, täglich 9–17 Uhr; im Juli und August 8.30–18 Uhr.
- Anreise: Postauto ab Bahnhof Lauterbrunnen bis Haltestelle Trümmelbachfälle, 7 Minuten. Mit dem Auto rund 3 km hinter dem Dorf.
- Kein Zutritt für Babys und Kinder unter vier Jahren sowie für Hunde — der Betreiber schliesst sie aus Sicherheitsgründen aus. Gut zu wissen, bevor man mit dem Kinderwagen anreist.
Rechne mit einer bis anderthalb Stunden. Drinnen ist es kalt und nass, unabhängig vom Wetter draussen — was die Fälle zum naheliegenden Ziel bei Regen macht.
Anreise und Parkieren
Mit der Bahn ab Interlaken Ost sind es 22 Minuten ohne Umsteigen, im Halbstundentakt. Mit dem Auto führt der Weg über die A8, Ausfahrt Wilderswil, dann via Zweilütschinen ins Tal.
Wichtig für die Planung: Lauterbrunnen ist nicht autofrei. Das Dorf hat eine Durchgangsstrasse und beim Bahnhof ein grosses Parkhaus — genau deshalb stellen viele hier das Auto ab. Autofrei sind erst Wengen und Mürren oben auf den Terrassen. Diese Verwechslung ist der häufigste Planungsfehler im Tal.
Die Dörfer über dem Tal
Der Talboden ist in einem halben Tag gesehen. Zum ganzen Tag wird Lauterbrunnen erst mit dem, was darüber liegt:
- Wengen — 11 Minuten mit der Zahnradbahn, auf 1'274 m, mit Blick auf die Jungfrau gegenüber und Ausgangspunkt der Männlichenbahn.
- Mürren — 21 Minuten, zuerst die Luftseilbahn nach Grütschalp, dann die Panoramabahn der Terrasse entlang. Kleiner, höher, ruhiger — und die Fahrt ist der halbe Grund hinzufahren.
- Gimmelwald — unterhalb von Mürren, per Seilbahn erreichbar. Eher Weiler als Feriendorf, und genau das ist der Reiz.
Insider-Tipp
Mit der Seilbahn nach Grütschalp hoch, mit der Bahn nach Mürren, und dann zu Fuss zurück nach Lauterbrunnen absteigen statt zu fahren. Der Weg führt durch den Terrassenwald, das Tal öffnet sich die ganze Zeit unter dir — und er kostet nichts über die Bergfahrt hinaus. Die Bahnen fahren dicht genug, dass du oben entscheiden kannst.
Schilthorn — lohnt sich Piz Gloria?
Der 2'970 Meter hohe Gipfel mit dem Drehrestaurant aus «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» ist der teure Ausflug dieses Tals, und die Zahl gehört klar hingeschrieben: CHF 115 retour ab Lauterbrunnen via Grütschalp, laut Tarif der Schilthornbahn (geprüft 28.07.2026, gültig bis 12.12.2026). Ab Interlaken sind es CHF 135.20.
Das ist mehr als das Sparbillett aufs Jungfraujoch, für einen niedrigeren Gipfel. Es lohnt sich, wenn Drehrestaurant und volles 360°-Panorama der Punkt des Tages sind. Wer vor allem Höhe und Aussicht will, bekommt auf Birg eine Stufe darunter oder schlicht in Mürren einen grossen Teil davon für deutlich weniger. Die Ermässigungen sind happig: mit Halbtax CHF 57.50, mit GA CHF 45.70, mit dem Berner Oberland Pass gratis.
Wenn nur zwei Stunden bleiben
Ein häufiger Fall, weil Lauterbrunnen oft ein Halt zwischen zwei Zügen ist. Zwei Stunden reichen für die gratis Hälfte des Tals und für nichts weiter:
- Die Talstrasse hinauf zum Fuss des Staubbachfalls (je 10 Minuten).
- Die Galerie hinter dem Fall, falls die Saison es zulässt.
- Zurück der Weissen Lütschine entlang durchs Dorf.
Was nicht hineinpasst: die Trümmelbachfälle, die je eine Busfahrt plus eine Stunde drinnen brauchen, und alles oberhalb des Tals. Wer es trotzdem versucht, rennt am Ende dem Zug nach.
Was nichts kostet
Mehr als in den meisten Ecken dieser Region. Der Staubbachfall samt Weg zu seinem Fuss, der Spaziergang der Weissen Lütschine entlang, das Dorf — und im Sommer die Base-Jumper. Die Wände hier gehören zu den meistbesprungenen der Welt, und an einem schönen Tag lassen sich die Schirme von einer Bank im Talboden aus beobachten, ohne Ticket und ohne Anmeldung.
Zu den «72 Wasserfällen»
Die Zahl steht in fast jedem Text über dieses Tal, auch in unserem. Sie ist die Zählung der Region selbst und schliesst viele dünne, saisonale Rinnsale über den Wänden ein. Benannt sind deutlich weniger — Staubbach, Trümmelbach, Mürrenbach, Buchenbach, Mattenbach — und genau zwei sind für Besuchende erschlossen. Gut zu wissen, bevor man mit zweiundsiebzig von irgendetwas rechnet.
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Häufig gestellte Fragen
Was kosten die Trümmelbachfälle?
CHF 18 für Erwachsene und CHF 8 für Kinder von 6 bis 15 Jahren, laut Betreiber am 28.07.2026 geprüft. Gruppenpreise gibt es ausdrücklich keine. Babys und Kinder unter vier Jahren sowie Hunde werden aus Sicherheitsgründen nicht eingelassen.
Wie kommt man ohne Auto nach Lauterbrunnen?
Ab Interlaken Ost fährt die Berner-Oberland-Bahn in 22 Minuten ohne Umsteigen. Ab dem Bahnhof Lauterbrunnen bringt das Postauto in 7 Minuten zur Haltestelle Trümmelbachfälle, die Zahnradbahn in 11 Minuten nach Wengen und die Luftseilbahn in 7 Minuten nach Grütschalp.
Kann man in Lauterbrunnen parkieren?
Ja. Lauterbrunnen ist im Gegensatz zu Wengen und Mürren nicht autofrei und hat beim Bahnhof ein grosses Parkhaus — genau deshalb stellen viele hier das Auto ab und fahren mit Bahn oder Seilbahn hinauf. Zu den Trümmelbachfällen führt die Talstrasse rund drei Kilometer weiter.
Wie lange braucht man für das Lauterbrunnental?
Für den Talboden mit Staubbachfall reichen zwei Stunden. Mit den Trümmelbachfällen wird ein halber Tag daraus. Ein ganzer Tag wird es erst mit Wengen, Mürren oder dem Schilthorn — der Talboden allein trägt keinen Tag.
Wann führt der Staubbachfall am meisten Wasser?
Von Mai bis Juli, während der Schneeschmelze. Im Spätsommer wird er dünn und zerstäubt schon auf halber Höhe — daher der Name. Wer die Postkartenansicht erwartet, sollte nicht im September planen.
Ist der Weg hinter den Staubbachfall offen?
Die in den Fels gehauene Galerie führt hinter den Wasserschleier, ist aber saisonal und bei schlechten Verhältnissen gesperrt. Im Winter ist sie zu. Vor Ort oder beim Tourismusbüro nachfragen, bevor man den Ausflug darauf ausrichtet.
Lohnt sich das Schilthorn für CHF 115?
Das ist der Retourpreis ab Lauterbrunnen via Grütschalp laut Schilthornbahn, geprüft am 28.07.2026 und gültig bis 12.12.2026 — mehr als das Sparbillett aufs Jungfraujoch, für einen niedrigeren Gipfel. Mit Halbtax sind es CHF 57.50, mit GA CHF 45.70, mit dem Berner Oberland Pass nichts. Wer vor allem Höhe und Aussicht will, bekommt in Mürren oder auf Birg einen grossen Teil davon für einen Bruchteil.