Die weite Wiese der Höhematte mit einem grossen Baum links, Hotelbauten am rechten Rand und der wolkenverhangenen Bergkette dahinter

Leonhard Lenz · CC0

567,7 m · mitten in Interlaken

Höhematte

14 Hektar, die seit 1864 niemand bebauen darf — und der Grund, warum Interlaken überhaupt eine Aussicht hat.

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Die Höhematte ist keine Sehenswürdigkeit im üblichen Sinn — es gibt nichts zu besichtigen, nichts zu buchen und nichts zu bezahlen. Sie ist eine 14 Hektar grosse Wiese mitten im Ort, und sie ist der Grund, warum Interlaken zwischen zwei Hotelzeilen hindurch freie Sicht auf die Jungfrau hat. Dass hier nichts steht, ist kein Zufall und auch keine Bauvorschrift: es wurde 1864 gekauft und vertraglich festgeschrieben.

Auf einen Blick

Höhe
567,7 m
Anreise
10 Min. zu Fuss ab Interlaken Ost
Dauer
30–60 Min.
Preis
Kostenlos
Saison
Ganzjährig
Geeignet für
Familien, Fotografierende, Pausen zwischendurch

Fahrzeit geprüft

Warum hier nichts steht

1864 kauften 37 Bewohnerinnen und Bewohner des Bödeli die Höhematte dem Staat Bern ab. Sie taten es nicht, um sie zu bebauen, sondern um genau das zu verhindern, und legten dafür ein Servitut auf das Grundstück — eine Dienstbarkeit mit einem absoluten Bau-, Zerstückelungs- und Baumfällverbot. Diese Dienstbarkeit gilt bis heute.

Der Unterschied zu einer kommunalen Schutzzone ist der Punkt, der diese Wiese erklärt: eine Zonenvorschrift kann eine Gemeinde ändern, ein privatrechtlicher Vertrag nicht so einfach. Der Berner Heimatschutz beschreibt den Kauf deshalb als eine der ersten Bürgerbewegungen im Landschaftsschutz überhaupt — dreissig Jahre bevor es dafür ein Wort gab. (Quelle: Berner Heimatschutz, abgerufen am 4. August 2026.)

Was man von hier sieht

Die Wiese liegt auf 567,7 Metern, also praktisch auf Talniveau zwischen Thuner- und Brienzersee (Höhenmodell von swisstopo, abgefragt am 4. August 2026 auf dem Punkt, den der swisstopo-Gazetteer als Flurname «Höhematte» führt). Von unten aus ist die Aussicht deshalb nicht spektakulär im Sinne eines Aussichtsbergs — sie ist etwas anderes: ununterbrochen. Wer auf dem Höheweg steht, blickt über die Wiese hinweg auf die Jungfrau, ohne dass ein Gebäude dazwischensteht.

Genau das macht sie zum meistfotografierten Standpunkt des Ortes, und es erklärt auch, was die Suchmaschinen zu diesem Namen anbieten: Fotospot-Einträge und Webcams. Wer wissen will, ob die Berge heute überhaupt zu sehen sind, ist mit einem Livebild besser bedient als mit jedem Text — unsere Wetterseite ordnet ein, wie verlässlich die Sicht in welchem Monat ist.

Der Landeplatz der Gleitschirme

Die Höhematte ist zugleich die Landewiese der Tandemflüge über Interlaken. Ein Anbieter beschreibt die Landung damit, dass man mitten in Interlaken aufsetze und von dort alle Hotels und Bahnhöfe zu Fuss erreiche. An einem guten Sommertag landet hier über Stunden hinweg ein Schirm nach dem anderen, und das kostet nichts und muss nicht gebucht werden: Zuschauen ist die günstigste Attraktion im Ort.

Wer selbst fliegen will, findet die belegten Eckwerte — Startplatz, Saison und die Frage, warum kaum ein Anbieter eine Flugdauer publiziert — auf der Seite zum Paragliding über Interlaken.

Hinkommen, Zeitbedarf, Kosten

Ab dem Bahnhof Interlaken Ost sind es 10 Minuten zu Fuss, ab Interlaken West etwas weniger; ein Verkehrsmittel braucht es nicht, und ein Parkplatz erst recht nicht. Die Wiese ist rund um die Uhr zugänglich, hat keine Saison und keinen Eintritt. Realistisch veranschlagt man 30–60 Min. — genug, um einmal quer zu gehen, sich hinzusetzen und den Schirmen zuzusehen.

Das ist auch die ehrliche Einordnung dieser Seite: die Höhematte ist kein Programmpunkt, sondern der Ort, an dem man in Interlaken zwischen zwei Programmpunkten sitzt. Wer einen Tag plant, plant sie nicht ein — man ist ohnehin dort, weil alles andere daran vorbeiführt.

Häufig gestellte Fragen

Warum darf die Höhematte nicht überbaut werden?

Weil es 1864 privat gekauft und vertraglich festgeschrieben wurde. 37 Bewohnerinnen und Bewohner des Bödeli erwarben die Wiese damals dem Staat Bern ab und legten darauf ein Servitut — eine Dienstbarkeit mit einem absoluten Bau-, Zerstückelungs- und Baumfällverbot. Diese Dienstbarkeit gilt bis heute. Es ist also keine Zonenvorschrift der Gemeinde, die man ändern könnte, sondern ein privatrechtlicher Vertrag (Berner Heimatschutz, abgerufen am 4. August 2026).

Wie gross ist die Höhematte?

14 Hektar. Das ist der Grund, warum man in Interlaken zwischen Hotels steht und trotzdem freie Sicht auf die Jungfrau hat: die Fläche zwischen dem Höheweg und der Aare ist schlicht nie bebaut worden.

Was kostet der Eintritt?

Nichts. Die Höhematte ist eine offene Wiese mitten im Ort, ohne Kasse, ohne Öffnungszeiten und ohne Saison. Sie ist damit eines der wenigen Ziele in dieser Gegend, für die man kein Ticket braucht.

Landen hier wirklich die Gleitschirme?

Ja, das ist der Landeplatz der Tandemflüge über Interlaken. Ein Anbieter beschreibt es so, dass man mitten in Interlaken lande und von dort alle Hotels und Bahnhöfe zu Fuss erreiche. Zuschauen kostet nichts und ist bei gutem Wetter den halben Tag über möglich.