Über dem Thunersee stehen zwei Berge, die man nicht verwechseln kann und trotzdem ständig gegeneinander abwägt: der Niesen als freistehende Pyramide und das Stockhorn mit seiner Felswand über dem Simmental. 70 Minuten ab Interlaken Ost, und fast jede Zahl fällt knapp aus — bis auf eine: Das Stockhorn fährt auch im Winter.
Auf einen Blick
- Anreise
- 70 Min. ab Interlaken Ost, Bahn + Seilbahn
- Dauer
- Halber bis ganzer Tag
- Preis
- CHF 62.00
- Saison
- Sommer 11.4.–22.11.2026, Winter 3.12.2026–21.3.2027
- Geeignet für
- Aussicht, Bergseen, barrierefreier Rundweg
Fahrzeit geprüft
Anreise: Zug, zehn Minuten zu Fuss, zwei Sektionen
Gemessen am Schweizer Fahrplan für Mittwoch, den 12. August 2026, über acht Abfahrtszeiten als Tagesminimum: Zug bis Erlenbach im Simmental, dort laut Betreiberin zehn Minuten zu Fuss zur Talstation, dann die Luftseilbahn über die Mittelstation Chrindi auf den Gipfel.
- 59 Minuten Bahnfahrt im Normalfall — mit einem Umstieg in Spiez, stündlich.
- 46 Minuten im Tagesminimum — das ist der umsteigefreie GoldenPass Express, an diesem Mittwoch um 09:07, 11:07 und 14:07 ab Interlaken Ost. Eine Sitzplatzreservation ist dort nach Angaben der mitbetreibenden BLS in der 1. und 2. Klasse empfohlen und nur in der Prestige-Klasse obligatorisch; Swiss Travel Pass, GA, Tageskarten und Halbtax werden akzeptiert.
- 9 + 5 Minuten Seilbahn — erste Sektion Erlenbach–Chrindi, zweite Sektion Chrindi–Stockhorn, nach Angaben der Betreiberin.
Der Fahrplan ist kein Engpass: Die Bahn fährt in beiden Saisons täglich alle 30 Minuten, bei grossem Andrang nach Angaben der Betreiberin ausserfahrplanmässig alle 10 bis 15 Minuten. Man kann also nach dem Wetter entscheiden statt nach der Rückfahrt.
Was es kostet — und was die Pässe wirklich ändern
Die Preise, bei der Betreiberin am 19. August 2026 gelesen:
- Berg- und Talfahrt Erlenbach – Stockhorn: CHF 62.–, mit Halbtax, GA oder für Kinder von 6 bis 15.99 Jahren CHF 31.–.
- Einfache Fahrt: CHF 40.–, mit Reduktion CHF 20.–.
- Nur bis Chrindi, retour: CHF 44.– — die günstigere Variante, wenn der Seerundweg das Ziel ist und nicht der Gipfel.
- Wander-Ticket: CHF 58.– — drei Strecken mit der Bahn, eine zu Fuss, Strecken frei wählbar.
Damit liegt das Stockhorn zwei Franken unter dem Niesen (CHF 64.00) und deutlich über dem Oeschinensee (CHF 40.00). Es ist damit die sechstteuerste Bergfahrt dieser Übersicht — kein Argument gegen den Berg, aber die Zahl, die man vor dem Lösen kennen sollte.
Bei den Pässen gilt dieselbe Dreiteilung wie beim Niesen, und sie wird anderswo gern zu «Bergbahnen sind inbegriffen» verkürzt:
- Swiss Travel Pass: 50 Prozent — also der halbe Fahrpreis, nicht frei.
- Berner Oberland Pass: gratis — gültig für die Bahnfahrt Erlenbach–Stockhorn retour.
- Interlaken Guest Card: 20 Prozent, ebenso Panoramacard Thunersee, Simmental Card, Gästekarten Adelboden, Kandersteg und Meiringen–Hasliberg sowie Studenten.
Und ein Satz, den man leicht überliest: «Die Reduktionen können nicht kumuliert werden.» Wer Halbtax und Gästekarte hat, rechnet also nicht zusammen, sondern wählt die günstigere.
Was oben ist: eine Plattform in der Nordwand
In die Nordwand des Stockhorns ist eine Panorama-Aussichtsplattform gebaut. Die Betreiberin beschreibt sie als 240-Grad-Aussicht mit einem im Boden integrierten gläsernen Ausschnitt, der den Blick rund 400 Meter in die Tiefe freigibt; auf dem Weg dorthin führt eine Gipfelgalerie mit Informationstafeln durch den Berg.
Der eigentliche Unterschied zu vergleichbaren Aussichtsbergen ist aber die Zugänglichkeit. Die Plattform ist nach Angaben der Betreiberin auch für Personen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung und für Familien mit Kinderwagen leicht erreichbar. Ab der Mittelstation Chrindi führt zusätzlich der Rundwanderweg «No Limits» um den Hinterstockensee, für den geländegängige Rollstühle bereitstehen. Die Betreiberin ist dabei ehrlicher als die meisten Prospekte und nennt selbst «einige anspruchsvolle Abschnitte»: rund 85 Höhenmeter, zwei Tunnels, eine Brücke — und sie bittet um Reservation im Voraus.
An der Mittelstation liegen die beiden Bergseen Hinterstockensee (fünf Minuten zu Fuss) und Oberstockensee (rund 40 Minuten). Wer dort angeln will, beachte eine Eigenheit, die den Ausflug sonst umsonst macht: Das Fischerpatent gibt es nur zusammen mit einer Bahnfahrt an der Talstation, nicht oben am See — und es berechtigt zu höchstens sechs Fischen, gefischt werden darf von 06.00 bis 18.00 Uhr.
Zwei Saisons — und zwei Lücken dazwischen
Das Stockhorn ist einer der wenigen Aussichtsberge dieser Übersicht mit einer eigenen Wintersaison. Die Betreiberin nennt:
- Sommer: 11. April bis 22. November 2026, täglich alle 30 Minuten.
- Winter: 3. Dezember 2026 bis 21. März 2027, täglich alle 30 Minuten.
Ganzjährig ist die Bahn deswegen trotzdem nicht, und die zwei Lücken stehen auf keinem Prospekt: zehn Tage zwischen den Fahrplänen, vom 23. November bis 2. Dezember 2026, und eine zweite im Frühling, weil der Winterfahrplan am 21. März 2027 endet. Wie lang die zweite ist, steht nirgends: Ein Startdatum für den Sommerfahrplan 2027 nennt die Betreiberin noch nicht, sie umschreibt die Saison nur mit «Sommerbetrieb von April bis November» — 2026 fuhr sie ab dem 11. April. Wer Ende November oder Anfang April plant, prüft das Datum besser einmal mehr.
Lohnt sich das für mich?
Eher ja, wenn du im Winter einen Aussichtsberg suchst, der ohne Skiausrüstung erreichbar ist — der Niesen fällt dann aus. Eher ja auch, wenn Mobilität ein Thema ist: Kaum ein zweiter Gipfel der Region ist so weit für Rollstuhl und Kinderwagen erschlossen. Und eher ja, wenn Bergseen mehr reizen als der höchste Punkt — dann genügt das Chrindi-Ticket für CHF 44.–.
Eher nein, wenn du von Interlaken aus wenig Zeit hast: Mit 70 Minuten je Weg liegt das Stockhorn am äusseren Rand dessen, was als Halbtagesausflug funktioniert, und es geht in die Gegenrichtung zum Berner Oberland. Und eher nein, wenn du einen Pass mitbringst, der hier nichts nützt — ausser dem Berner Oberland Pass fährt niemand gratis.
Fahrpreise und Fahrplan bei der Stockhornbahn AG
Wo es liegt
Das Stockhorn steht über Erlenbach im Simmental, am Eingang des Simmentals Richtung Zweisimmen und Gstaad; die Talstation liegt an der Bahnlinie Spiez–Zweisimmen. Von Interlaken aus ist das die andere Seite des Thunersees als beim Oeschinensee. Koordinate und Höhe stammen aus dem Gazetteer und dem Höhendienst des Bundes, abgefragt am 12. August 2026: 2'189,4 Meter am Punkt «Hauptgipfel Stockhorn (BE) – Stocken-Höfen». Der Gazetteer führt vier Stockhörner — drei davon im Wallis, über Binn, Baltschieder und Zermatt. Wer den Namen allein sucht, bekommt alle vier.
Wetter auf 2'190 m
Die Prognose gilt für 2'190 m ü. M. — 1'622 Meter über Interlaken (568 m). Sie ist auf diese Höhe gerechnet, nicht auf das Tal.
Prognose wird geladen …
Prognose für 2'190 m ü. M. — Daten: Open-Meteo.com (CC BY 4.0)
Häufig gestellte Fragen
Wie komme ich von Interlaken auf das Stockhorn?
Mit dem Zug nach Erlenbach im Simmental, von dort zehn Minuten zu Fuss zur Talstation und mit der Luftseilbahn in zwei Sektionen hinauf. Zusammen 70 Minuten im Tagesminimum, gemessen am Schweizer Fahrplan für Mittwoch, den 12. August 2026 über acht Abfahrtszeiten. Die 46 Minuten Bahnfahrt darin fallen auf den umsteigefreien GoldenPass Express; der Normalfall sind 59 Minuten mit einem Umstieg in Spiez.
Was kostet die Stockhornbahn?
Die Berg- und Talfahrt Erlenbach i. S. – Stockhorn kostet CHF 62.– für Erwachsene, mit Halbtax, GA oder für Kinder von 6 bis 15.99 Jahren CHF 31.–. Die einfache Fahrt kostet CHF 40.–. Nur bis zur Mittelstation Chrindi sind es CHF 44.– retour. Das Wander-Ticket (drei Strecken fahren, eine zu Fuss) kostet CHF 58.–. Bei der Betreiberin am 19. August 2026 am rohen HTML gelesen.
Gilt der Swiss Travel Pass auf dem Stockhorn?
Ermässigt, nicht frei. Die Stockhornbahn führt den Swiss Travel Pass in ihrer Ermässigungstabelle mit 50 Prozent. Gratis fährt allein, wer den Berner Oberland Pass hat. Die Interlaken Guest Card gibt 20 Prozent, ebenso die Panoramacard Thunersee und mehrere weitere Gästekarten. Wichtig: Die Betreiberin schreibt ausdrücklich «Die Reduktionen können nicht kumuliert werden» — man wählt also eine.
Fährt die Stockhornbahn im Winter?
Ja, und das ist der Unterschied zum Niesen. Die Betreiberin nennt für den Winter «03. Dezember 2026 bis 21. März 2027: täglich alle 30 Minuten». Ganzjährig fährt sie trotzdem nicht: Zwischen Sommer- und Winterfahrplan liegen zehn Tage ohne Betrieb (23. November bis 2. Dezember 2026), und im Frühling folgt ab dem 21. März 2027 eine zweite Pause. Wie lang die zweite dauert, sagt die Betreiberin nicht: Ein Startdatum für den Sommerfahrplan 2027 nennt sie noch nicht, 2026 fuhr sie ab dem 11. April.
Kann man mit dem Rollstuhl auf das Stockhorn?
Die Betreiberin gibt an, die Panorama-Aussichtsplattform in der Nordwand sei auch für Personen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung und für Familien mit Kinderwagen leicht zugänglich. Ab der Mittelstation Chrindi führt zudem der Rundwanderweg «No Limits» um den Hinterstockensee, für den geländegängige Rollstühle bereitstehen; die Betreiberin bittet um eine Reservation im Voraus. Der Weg überwindet rund 85 Höhenmeter und führt durch zwei Tunnels und über eine Brücke — sie nennt dabei selbst «einige anspruchsvolle Abschnitte».
Wie hoch ist das Stockhorn?
Der Hauptgipfel liegt auf rund 2'190 Metern. Am Höhendienst des Bundes gemessen (12. August 2026) sind es 2'189,4 Meter. Achtung bei der Suche: Der Gazetteer führt vier Stockhörner, drei davon im Wallis (Binn, Baltschieder und Zermatt). Gemeint ist hier «Hauptgipfel Stockhorn (BE) – Stocken-Höfen».